Oper – Lucrezia Borgia

Die Oper Lucrezia Borgia von Gaetano Donizetti wird getragen vom antiken Thema der verbotener Liebe zur eigenen Mutter und zeigt gleichzeitig die politischen und sozialen Verhältnisse der Renaissance auf.

Der Fall Lucrezia Borgia

Über Lucrezia Borgia ranken sich viele Legenden, die Stoff für zahlreiches literarisches Schaffen boten. Die Oper wird dem Melodrama zugeordnet. Die Szenen jenseits der Haupthandlung bergen aber auch Elemente der Opera buffa. Musikalisch stehen sich ernste, tragische, komische, bewegte und stimmungsvolle Elemente gegenüber.

Den Prolog bildet eine Sequenz, in der der schlafende Hauptmann Gennaro durch seine Mutter Lucrezia Borgia entdeckt wird. Gennaro, der sich vom Treiben des “Karnevals in Venedig” ausgeruht hatte, erwacht und verliebt sich sogleich in Lucrezia. Sie erfährt von Gennaros Verehrung für seine Mutter, die er nie kennenlernte. Lucrezia gelingt es nicht mehr, ihm mitzuteilen, dass sie seine Mutter sei, denn Gennaros Freunde erscheinen. Sie warnen ihn vor dem intriganten Haus der Borgia.

Oper in zwei Akten

Oper Lucrezia BorgiaIm ersten Akt versucht der Ehemann Lucrezias, das vermeintliche Verhältnis zu Gennaro zu beenden. Dieser gibt ihm weiteren Anlass zur Rache, als er das Familienwappen der Borgias entehrt, indem er das “B” entfernt und das verbleibende “Orgia” als Diskreditierung der Familie belässt. Lucrezia wird diese Tat geschildert, der Täter wird ihr jedoch verheimlicht, so verlangt sie Gennaros Hinrichtung. Er soll vergiftet werden. Lucrezia gelingt es, Gennaro das Gegengift zu verabreichen. Sie weist ihn an, die Stadt zu verlassen. Im zweiten und letzten Akt wird Lucrezia selbst zur Mörderin ihres Sohnes. Als sie seinen Freunden vergifteten Wein als Rache für die Schändung ihres Namens darbietet, vergiftet sie unwissentlich auch Gennaro selbst. Sie erklärt ihm, dass sie seine Mutter sei, doch er verweigert die Einnahme des Gegengiftes. Lucrezia Borgia verzweifelt an seinem Sterbebett.

Künstlerische Differenzen

Etwa 70 Opern hat der 1797 in Bergamo gebürtige Komponist Donizetti im Laufe seines Lebens geschaffen. Seinen größten Erfolg feierte der in der Tradition von Gioachino Rossini stehende Donizetti mit der Oper Don Pasquale. Die Oper Lucrezia Borgia entstand in der Mitte seines Schaffens. Vor ihrer Uraufführung galt es jedoch, einige Hindernisse zu überwinden: Victor Hugo, dessen gleichnamiges Drama für die Opernhandlung Pate stand, klagte seine Urheberrechte ein und gewann. Die Oper Lucrezia Borgia musste geändert werden und konnte erst im Jahr 1833 nach langem Ringen mit Zensoren uraufgeführt.

Zu sehen ist die Oper Lucrezia Borgia am 20., 24. und 28. April 2016 am Nationaltheater im München. Einen weiteren Termin für die Aufführung gibt es am 13. Juli 2016.

Bild: © Erica Guilane-Nachez / www.fotolia.de

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