Opernkomponist Bernd Alois Zimmermann

Der, in einem „Zeit“-Artikel 1970 als „Explosiver Asket“ bezeichnete, 52-jährige deutsche Opernkomponist Bernd Alois Zimmermann sorgte nach seinem Suizid am 10. August 1970 für erhebliches Aufsehen in der Fachwelt. Als Komponist galt Zimmermann nach Meinung von Karl-Heinz Stockhausen und vielen anderen zeitgenössischen und späteren Musikexperten als einer der interessantesten und originellsten Komponisten der Nachkriegszeit.


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Leben und Karriere

Bernd Alois Zimmermann, eigentlich Bernhard,  ist am 20. März 1918 im halbländlichen Kölner Eifel-Vorort Bliesheim (heute Stadtteil der 1969 gebildeten Stadt Erftstadt) in ein kleinbürgerlich-bäuerliches Milieu mit betont katholischer Ausrichtung hinein geboren worden. Der Vater war Reichsbahnbeamter und Nebenerwerbsbauer. Zimmermann war von 1929 bis 1936 Schüler der katholischen Salvatoraner-Privatschule des Klosters Steinfeld und nach dessen NS-ideologisch bedingten Schließung Absolvent eines staatlichen Gymnasiums ins Köln. Nach dem Abitur und der Reichsarbeitsdienst-Pflichtzeit begann Bernd Alois Zimmermann zunächst u. a. Theologie und dann Musik in Köln zu studieren. Von 1939 bis 1942 war er Soldat. 1947 konnte er sein Hochschulstudium abschließen. Bereits 1946 hatte Bernd Alois Zimmermann begonnen, als Komponist, insbesondere für die neu entstandenen Rundfunkanstalten, zu arbeiten. Der Werkstil des zweimal als Stipendiat der Villa Massimo (1957/1964) geadelten Rheinländers, war nicht unwesentlich vom Stil der „Neuen Musik“ mitbestimmt.

1958 nahm der bald als ausgesprochen literarisch-politischer Musikschaffender bekannte und durchaus auch umstrittene Bernd Alois Zimmermann den Ruf als Professor an die Kölner Musikhochschule an. Mit seinem Orchesterwerk Requiem für einen jungen Dichter überzeugte er u. a. 1969 durch eine für ihn typische Bandbreite an großformatiger Orchester-Besetzung und Literatur- sowie Jazz-Elementen. Die 1965 einzige von Bernd Alois Zimmermann uraufgeführte, das gleichnamige Drama (1776) von Jakob Lenz umsetzende und Collage- und Simultan-Technik fokussierende vieraktige Oper Die Soldaten galt noch etliche Jahre nach ihrer Kölner Premiere unter anderem wegen ihres Personalaufwands von mehr als 100 Sängern und Musikern als faktisch unspielbar. Heute zählt die Oper nicht nur als bedeutendstes Werk von Zimmermann, sondern auch als eines der wichtigsten Opern der europäischen Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts überhaupt. Der seit 1950 verheiratete Bernd Alois Zimmermann litt seit den 1960er Jahren an depressiven, mit einer schweren Augenkrankheit in Verbindung stehenden Schüben. Wahrscheinlich war das der Grund für Zimmermanns Suizid.

Zimmermanns Besonderheit

Typisch für Zimmermann und als Hinweis, auf eine tief verwuzelte Verbundenheit mit römisch-katholischen Vorgaben wahrnehmend wird allgemein seine Sonderheit verstanden, fast jedes Werk mit dem Kürzel “OAMDG” abgeschlossen zu haben. “OAMDG” steht für “Omnia Ad Maiorem Dei Gloriam” = “Alles zur größeren Gottes-Ehr”).

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