Opernkomponist Jacques Offenbach

Komponist Jacques OffenbachAm 20. Juni 1819 kam Jacques Offenbach in Köln zur Welt. Sein Geburtsname lautete Jakob Eberst. Da sein Vater, Isaac Ben-Juda Eberst, in Offenbach geboren und dort als Kantor der jüdischen Gemeinde tätig war, ließ dieser später seinen und damit Jacques Familiennamen in Offenbach ändern. Seinen ersten musikalischen Unterricht erhielt Jacques Offenbach von seinem Vater, der ihn das Cello- und Violinspiel lehrte. Bereits im Alter von 13 Jahren wurde Jacques Offenbach von seinem Vater zur weiteren musikalischen Ausbildung nach Paris geschickt. Seinem großen Talent hatte er es zu verdanken, dass ihn Luigi Cherubini als Schüler am Pariser Konservatorium aufnahm. In der Zeit des Musikstudiums in Paris änderte er dann seinen Vornamen Jakob in dessen französische Version Jacques.

Abbruch des Studiums

Der junge Offenbach hielt das Studium nicht durch und brach es vorzeitig ab. Seinen Lebensunterhalt verdiente sich Offenbach als Cellist an den Pariser Boulevardtheatern wie dem Théâtre de l’Ambigu-Comique oder der Opéra-Comique. Dabei machte er sich in kurzer Zeit einen hervorragenden Ruf als Virtuose und spielte mit Pianisten wie Franz List, Anton Rubinstein oder Felix Mendelssohn zusammen.


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Dirigent und Komponist

Im Alter von 30 Jahren wurde Jacques Offenbach Dirigent am Théâtre français und verfasste gleichzeitig für die aufgeführten Theaterstücke die Bühnenmusik. Damit war das Jahr 1849 das Ursprungsjahr seiner kompositorischen Laufbahn. Sechs Jahre später, im Jahr 1855, eröffnete Offenbach ein Theater, das Théâtre des Bouffes-Parisiens. In diesem Theater wurden vorerst von Jacques Offenbach komponierte Einakter aufgeführt. Schon damals als so genannte opéra-bouffe. Den ersten großen Erfolg konnte Offenbach jedoch erst 1858 verzeichnen. Die damals uraufgeführte Operette „Orpheus in der Unterwelt“ steigerte seinen Bekanntheitsgrad nicht nur in Paris, sondern in ganz Europa. Drei Jahre später, im Jahr 1861, beendete Offenbach seine Kariere als Theaterdirektor und widmete sich nur noch dem Komponieren. Seinen zweiten Welterfolg konnte Offenbach im Jahr 1864 mit der Operette „die schöne Helene“ feiern. Insgesamt komponierte Jacques Offenbach 32 Operetten, 2 Opern, 2 Ballette sowie 5 konzertante Werke.

Schwere Zeiten

Obwohl Offenbach bereits im Jahr 1860 die französischen Bürgerrechte erhielt und er zum Ritter der Ehrenlegion ernannte wurde, stellten sich mit Ausbruch des deutsch-französischen Kriegs im Jahr 1870 Ressentiments gegen ihn als gebürtigen Deutschen ein. Gleichzeitig galt der Komponist in Deutschland als Vaterlandsverräter. Der Druck war so stark, das Jacques Offenbach seine Familie nach Spanien brachte und er selbst Tourneen in Italien und Österreich absolvierte. Mit dem Ende des Krieges im Jahr 1871 kehrte er nach Paris zurück, aber der frühere Erfolg wollte sich nicht mehr einstellen. Offenbach starb im Jahr 1880 in seiner Wahlheimat Paris.

Begründer der Operette

Jacques Offenbach gilt als Begründer der modernen Operette, obwohl sein Stil von der heute weit bekannteren Wiener Operette erheblich abweicht. Offenbach legte Wert auf eine hintergründige, satirische Handlung zusammen mit schwungvoller Musik. Vor allem seine karikierenden Darstellungen des Militärs, woraus sich übrigens der heute weltbekannte „Cancan“ ableitete, machen seine Werke unvergleichlich.

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