Opernkomponist Richard Strauss

Richard Strauss – Oper und Leben gegen die eindeutigen Zuordnungen

Richard Strauss (1864-1949), dessen 150. Geburtstag dieses Jahr gefeiert wird, war zweifellos eine schillernde Persönlichkeit. Von Zeitgenossen und der Nachwelt wurde sein Leben mit ganz unterschiedlichen Handlungssträngen nacherzählt: Gefeiert als berühmtester deutscher Komponist seiner Zeit, angezweifelt als undurchschaubarer Taktierer über mehrere politische Systeme hinweg, bewundert und zugleich verachtet als innovativer Musikvermarkter mit Hang zur Selbstverherrlichung. Zu welcher Sichtweise man sich auch entschließt, schlussendlich führt doch kein Blick vorbei an Strauss als Vater von Opern, die heute auf fast keinem Spielplan der Welt fehlen – Salome, Rosenkavalier, Elektra und noch ein halbes Dutzend weitere Meisterwerke.

Vom Wunderkind zum weltbekannten Komponisten

Wie viele Komponisten galt auch Richard Strauss als musikalisches Wunderkind. Der Sohn einer recht gut gestellten Münchner Familie wurde früh gefördert und erarbeitete sich eine steile Karriere als Kapellmeister in München, Meiningen und Weimar, dann als künstlerischer Leiter der Hofoper Berlin und der Wiener Staatsoper. Der etablierte Opernkomponist und Dirigent war ein Star der zeitgenössischen Musikszene. Sein öffentliches Bild wusste er durch geschickte Preisgabe privater Informationen mitzubestimmen. Auch in seine Musik floss stets viel Privates ein: Szenen seiner Ehe mit der Sängerin Pauline de Ahna in die Oper „Capriccio“, sein eigenes Leben in die Tondichtung „Ein Heldenleben“.


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Die Opern des Richard Strauss

Strauss war stets in erster Linie Künstler und verfolgte dabei pragmatisch die Interessen seiner Karriere. Die politischen Grabenkämpfe seiner Zeit schienen ihn wenig zu interessieren. 1903 gründete er mit anderen den Vorläufer der heutigen GEMA zur Vertretung der Aufführungsrechte von Kompositionen. Seinen Welterfolg von 1911, den Rosenkavalier, ließ er 1926 als Stummfilm erscheinen, zu dem seine Musik gespielt wurde. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wandte er sich nicht ab, sondern ließ sich das Präsidentenamt der Reichsmusikkammer andienen. Bereits 1935 trat er zurück, nachdem er durch seine Zusammenarbeit mit dem Juden Stefan Zweig an der Oper „Die schweigsame Frau“ angeeckt war. Doch auch nach diesem Bruch mied er den Konflikt mit dem System, wohl um seine jüdische Schwiegertochter und seine Enkel zu schützen, aber auch um weiter erfolgreich als Dirigent arbeiten zu können.

In seiner Musik präsentiert sich Richard Strauss facettenreich wie in seinem Leben. In seiner Frühzeit verbindet er schroffe Avantgarde mit großer Popularität, sein Spätwerk zeigt sich rückwärtsgewandt. Zynische Ausbrüche stehen neben zutiefst Anrührendem, und immer zeichnet sich sein Werk durch einen großen Reichtum an Klangfarben aus. Seine Opernsprache brilliert durch die Nähe zum Sprechtheater. Die enge Zusammenarbeit mit dem Librettisten, insbesondere seine langjährige Verbindung mit Hugo von Hofmannsthal, hatte für Strauss stets eine besondere Bedeutung. Richard Strauss hat zudem die Oper Die Frau ohne Schatten geschrieben.

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