Opernkomponist Giuseppe Verdi

Opernkomponist und Nationalheld

Als Giuseppe Verdi 1901 im stolzen Alter von 87 Jahren starb, hatte er es nicht nur zum wahrscheinlich größten italienischen Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts gebracht. Über lange Zeit war er zudem eine wichtige politische Identifikationsfigur des noch jungen Italiens gewesen, ein reicher Mann, Großgrundbesitzer und wohltätiger Stifter einer sozialen Einrichtungen für Musiker, denen es im Leben weniger wohl ergangen war als ihm selbst.

Lebensweg von Giuseppe Verdi

Aufgewachsen war Verdi in eher einfachen ländlichen Verhältnissen in Busseto, einer Kleinstadt zwischen Cremona und Parma. Seine erste musikalische Ausbildung erhielt er beim örtlichen Kirchenmusiker. Erst mit 19 Jahren schaffte er es in die Kulturmetropole Mailand, wo ihm jedoch aufgrund seines bereits fortgeschrittenen Alters der Zugang zum Konservatorium verwehrt blieb. Stattdessen nahm er Privatunterricht bei einem Cembalisten der Mailänder Scala und entdeckte hier die Welt der Oper für sich. Seine dort geknüpften Kontakte ermöglichten ihm 1839 den ersten wichtigen Erfolg seiner Karriere, die Produktion seiner Oper Oberto an der Scala.


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Krisen, Erfolge und politisches Engagement

Zur gleichen Zeit musste Verdi jedoch schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Innerhalb kurzer Zeit starben seine beiden jungen Kinder und seine Frau. Seine zweite Oper, die zum komischen Genre gehörte, floppte, und Giuseppe Verdi hätte beinahe das Komponieren aufgegeben. Der Überredungskunst des Mailänder Intendanten ist es zu verdanken, dass Verdis dritte Oper Nabucco 1842 das Licht der Welt erblickte. Sie brachte für Verdi den endgültigen künstlerischen Durchbruch.

Von da an reihte sich Erfolg an Erfolg, und die Liebe des Publikums ermöglichte Giuseppe Verdi nicht nur ein beachtliches Einkommen, sondern auch unerwartete berufliche Perspektiven. Sein politisches Interesse und seine Begeisterung für die Idee der nationalen Einheit Italiens brachten ihm 1861 das Amt eines Abgeordneten der italienischen Kammer ein, das er jedoch mit wenig Leidenschaft ausfüllte und bereits 1865 niederlegte. Die Verehrung der Italiener blieb ihm dennoch erhalten, woran sich bis zum heutigen Tag nichts verändert hat.

Die Politik mag eine unerwartete Nebenkarriere für einen Opernkomponisten sein, doch für Giuseppe Verdi war es nur eine von mehreren. Seine beachtlichen Einnahmen aus der Musikwelt investierte er in Grundbesitz, was phasenweise mehr Zeit in Anspruch nahm als sein künstlerisches Schaffen. Mit einem Teil seines Vermögens gründete er 1896 in Mailand ein für damalige Verhältnisse neuartiges und bis heute bestehendes Altersheim für mittellose ehemalige Opernsänger und Musiker. In einem Brief an einen Freund bezeichnete er diesen Schritt als das erfüllendste aller seiner Werke.

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